Zeitungsregen über Drumm
Die Bewohner von Drumm erlebten eine ungewollte, druckfrische Überrschung.
Ein Mann, der sich gerade mühsam einen Weg durch den Schnee zu seinem Haus schaufelte, staunte nicht schlecht, als ihm eine Ausgabe der "Grand Line Times" auf den Kopf knallte, welche eine Zeitungsmöve fallen gelassen hatte. Ich darf anmerken, dass ein solches Zeitungsexemplar einiges wiegt, was der arme Mann bestätigen kann. Zitat: "Wenn dieser verfluchte Vogel noch ein einziges Mal über meinem Kopf hinweg fliegt, bekommt er meinem Jagdspeer in den Wanst!" Andere Bürger von Drumm teilen seine Meinung, denn besagter Mann war nicht der einzige, der von gewichtiger Literatur niedergeschlagen wurde. Auf der gesamten Insel landeten an diesem Tag Zeitungen. Entweder bei der falschen Adresse oder komplett abseits jedes Hauses. Herauszufinden, was genau da passiert war, kostete die Redaktion einige Mühe, aber schliesslich konnte anhand mehrerer Zeugenaussagen ein halbwegs glaubwürdiges Szenario erstellt werden: In der Redaktion der grossen Zeitung Grand Line Times herrschte an diesem Tag ein normales Arbeitsklima, niemand war gestresst genug, um einen Fehler zu begehen. Die Briefvögel flogen zeitlich ab, um den Abonnenten ihre Zeitung zu bringen. Jedoch wusste niemand, dass sich genau zu dieser Stunde ein Wirbelsturm nicht fern der Redaktion bilden würde. Eine Vielzahl der Vögel konnte dem plötzlich aufkommenden Luftsog nicht ausweichen und wurden mitgerissen, wobei die meisten Zeitungstaschen aufgingen und ihren Inhalt in die Luft verstreuten. Schliesslich formte sich der Wirbelsturm zu einem sehr seltenen Naturphänomen, dem sogenannten "Potwind". Ein solcher entsteht im Normalfall aus einem Wirbelwind heraus und behält die aufgesogenen Gegenstände in der Luft, sodass sie, nicht wie bei einer normalen Lufthose üblich, gleich wieder auf die Erde zurück fallen. Dieser Potwind also bewegte sich schnell gegen Norden auf die nicht weit entfernte Insel Drumm zu. Dort flaute er ab und bescherte den Bewohnern die zuvor genannte ungewollte Überraschung.
Fazit dieser kuriosen Geschichte ist also: Die Grand Line Times musste nicht nur die verlorenen Zeitungsexemplare nachliefern, sondern auch für Artzt- und Handwerkerkosten aufkommen, die durch die herabfallenden Schriftstücke verursacht wurden.
~ Susi Türkisblau